Glück und Trauer nah beieinander

Hobie (Foto: Stefanie Neske)

Das schlimmste für alle Beteiligten ist immer, wenn ein Tier im Tierheim verstirbt, wenn man es nicht geschafft hat, für das Tier ein Zuhause zu finden. Doch Pfleger und Stammpaten tun wirklich alles für ihre Schützlinge, um ihnen auch im Tierheim das Gefühl von einem Zuhause zu geben.

Eros (Foto: Maite Haas)

Der emotionsgeladene Eros

Eros ist einer davon gewesen. Seit 2019 war er bereits im Tierheim und damit ein Langzeitinsasse. Er konnte sehr schnell von der Stimmung umkippen, und dann musste man hoffen, dass der Maulkorb gut sitzt. Doch auch er wurde älter und damit etwas ruhiger. Gesundheitlich hatte er leider einige Baustellen, mit denen er unter dauerhafter tierärztlicher Kontrolle stand. Seine Stammpatin kümmerte sich liebevoll um ihn. Häufig durfte er auch Tagesausflüge zur Patin nach Hause machen, um dort ein wenig auszuruhen.

Ihn dauerhaft zuhause zu behalten, war mit seinen „special effects“ einfach nicht möglich. Doch als klar war, dass man Eros gehen lassen muss, wurde ein Versprechen eingelöst: Eros wurde für seine letzten Tage offiziell von seiner Patin Maite übernommen, wurde nochmal ein Wochenende zuhause verwöhnt und die Tierärztin machte für Eros einen Hausbesuch, um ihn im Kreise seiner Lieben in seinem Zuhause gehen zu lassen. Den richtigen Zeitpunkt zu finden, ist sehr schwer und muss immer zum Wohl des Tieres abgewogen werden. Hier waren die Absprachen zwischen Tierärztin, Pflegern und Stammpatin sehr eng.

Mücke (Foto: Markus Senckel)

Mückes Abschied

Unvorhersehbarer war der Abschied vom alten Haudegen Mücke. Er war noch nicht lange bei uns und trotz seiner grauen Schnauze ein wirklich schweres Kaliber. Mücke hatte seine Besitzerin ins Krankenhaus gebissen und war hochgradig misstrauisch. Trainer Markus war von dem Sturkopf beeindruckt und gewann mit sehr viel Geduld sein Vertrauen. Eines Morgens blieb Mücke einfach liegen, als die Pfleger ihre Arbeit aufnahmen. Markus fuhr sofort mit ihm zum Tierarzt. Leider wurde ein großer Tumor entdeckt, der auch schon gestreut hatte. Seine Werte konnten nur den Schluss zulassen, ihn gehen zu lassen. Markus war bis zum Schluss an seiner Seite, alle im Tierheim geschockt. Die nächsten Tage war es sehr ruhig im Tierheim und man vermisste den lautstarken „Stinkstiefel“.

Spikey (Foto: Raphael Rott)

Doppeltes Happy End

Der krasse Kontrast zu den ersten beiden Abschieden ergab sich in Köln. Spikey und Hobie, die wir beim Verein „Pitt, Stafford & Co.“ extern untergebracht haben, damit dort intensiv mit ihnen gearbeitet werden kann, waren nun auch schon ein paar Jahre dort. Was kaum einer zu hoffen gewagt hatte, wurde nun im Doppelpack wahr: mit einem Abstand von nur ein paar Monaten fand jeder der beiden Jungs seine Nadel im Heuhaufen – Menschen, die sich auf die Macken der schwierigen Jungs einlassen und mit ihnen den Weg zusammengehen.

Spikey ist in Aachen untergekommen, denn ein ehemaliger Pate aus dem Aachener Tierheim gab ihn nicht auf und fuhr immer wieder nach Köln. Auf Hobie wurde wiederum eine Dame aufmerksam, die bereits Erfahrung mit schweren Jungs hat. Sie bewies viel Ausdauer beim Training mit Hobie und gewann so sein Vertrauen. Als dann auch noch die passende Wohnung gefunden wurde, konnte Hobie auf den Umzug vom Zwinger in eine Wohnung vorbereitet werden. Die beiden haben das Unmögliche geschafft und sind nun in ihrem „Für-immer-Zuhause“ gelandet.

Für die schwierigen Hunde Ice und Chico werden wir weiterkämpfen und über beide weiter berichten. Außerdem werden die Plätze solcher Hunde nicht leer bleiben, denn die Abgabeanfragen stapeln sich. Der Kampf gegen Windmühlen geht weiter.

Text: Stefanie Neske

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