Die lohnenswerte Arbeit mit Mücke

Markus Senckel, der unser Tierheim als Hundetrainer unterstützt, berichtet von Mücke, welcher nun auch in das Projekt „schwierige Hunde“ aufgenommen wurde. Bisher ging es hierbei nur um extern untergebrachte Hunde. Doch auch in Aachen sitzen ein paar „schwere Kaliber“:

Mückes Ankunft im Tierheim

„Schon beim Betreten des Hofes merkte ich, dass eine seltsame Stimmung herrschte. Wir hatten einen Neuzugang. Ein Boxer-Malinois-Mix namens Mücke. Er war fast zehn Jahre alt und wurde zu uns gebracht, weil er sein Frauchen ernsthaft verletzt hatte. Sie musste im Krankenhaus auf die Intensivstation. Der erste Blick in den Zwinger: Der Maulkorb war verrutscht und wir blickten auf zwei prachtvolle Reihen von Zähnen, die uns unmissverständlich zu verstehen gaben, dass wir Abstand halten sollten. Misstrauisch beäugte Mücke uns durch die Gitter und aus seiner Kehle drang ein tiefes Knurren. Er sollte ankommen und sich eingewöhnen, bevor wir dann beginnen wollten, ihn zu testen und mit ihm zu arbeiten.

Meistens ist der Grund für Beißvorfälle ein Fehlverhalten des Menschen und Resultat mangelnder Sozialisierung und nicht sachkundiger Ausbildung des Hundes sowie fehlende Rudelführerschaft. Oft werden die rassespezifischen Bedürfnisse des Hundes und seine charakterlichen und genetischen Eigenschaften ignoriert. In zweiter Linie können gesundheitliche Aspekte hinzukommen. Mücke hatte sich bis jetzt regelrecht durchs Leben gebissen.

Ein Hund mit großen Problemen

Mücke blieb im Tierheim zunächst misstrauisch. Er zeigte sehr deutlich, dass er keine Nähe wünschte. So verliefen die ersten Wochen eher schleppend. Wenn Hunde, die eine Aggression gegenüber Menschen gezeigt haben, zunächst nicht berührt werden können, verbringe ich viel Zeit vor dem Zwinger und versuche, möglichst viele positive Verknüpfungen anzubringen. Bis der Hund mir ein Signal gibt, dass wir einen Schritt weitergehen können. Mein größter Verbündeter war in diesem Fall sein nie endender Appetit. Für Leberwurst, da ging schon was. Maulkorbtraining kannte Mücke nicht. Zum Glück haben wir an vielen Zwingern Klappen, an denen der Maulkorb angezogen bzw. trainiert werden kann. Dort wird die Gefahr einer ernsthaften Verletzung so weit wie möglich minimiert.

Doch war die Gier nach der Leberwurst auch noch so groß, er ließ mich zu Beginn des Trainings keine Sekunde aus den Augen, sobald die Hundeschnauze im Korb war. Ich brauchte nicht einmal daran zu denken, den Kopfriemen zu schließen, eine Hand oberhalb des Kopfes ließ er nicht zu.

Harte Arbeit zahlt sich aus

Also gaben wir ihm Zeit. Von Tag zu Tag wurde er zutraulicher und irgendwann war es soweit. Ich kam an den Zwinger und da stand Mücke, wild mit der Rute wedelnd und einem Dummy im Maul, mit dem er mich zu animieren versuchte. Der ganze Hund wackelte hin und her, fiepte, winselte, bellte und warf den Dummy gegen das Gitter. Ich beschloss, den Auslauf zu betreten - und es passierte…..nichts. Mücke tanzte um mich herum und stupste meine Hand mit der Nase. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie glücklich einen solch kleine Momente machen können. Ich war im Zwinger und er akzeptierte mich. Das erste Eis war gebrochen.

Einige Wochen und viele Kilogramm Leberwurst später konnte ich den Maulkorb bedenkenlos anlegen. Zeit für den nächsten Schritt. Es ging zur Trainingswiese. Ich habe in meiner Zeit als Trainer im Tierheim schon viel erlebt. Diesen Hund zu sehen, wie er sich freute, weil er Gras unter den Pfoten hatte, wie er sich auf den Rücken schmiss und durch die Wiese wälzte, dann aufstand und über das ganze Boxergesicht zu grinsen schien, war eindeutig einer der schönsten Momente.

Inzwischen sind einige Monate vergangen. Mücke und ich nutzen jede Möglichkeit, um zur Wiese zu gehen. Da es sich gezeigt hat, dass er mit anderen Hunden sehr souverän umgeht und ein stark ausgeprägtes Sozialverhalten besitzt, nehme ich ihn oft zu Trainingseinheiten mit, da er bei Artgenossen eine hohe soziale Kompetenz zeigt und Ruhe und Sicherheit vermittelt. Gerne würde ich eine zweite Person in die Trainingseinheiten einbeziehen, doch der mir gegenüber gezeigte Gehorsam wird nur schwer übertragbar sein. Aber warten wir es ab."

Was benötigen unsere schwierigen Hunde?

im Durchschnitt monatlich, pro Hund


Wir geben jedem Hund die gleiche Chance auf eine gute Zukunft

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