Wissen, was im Napf landet
Da unsere gelernten Tierpfleger täglich mit unterschiedlichsten Futtersorten arbeiten, möchten wir Ihnen einen fachlichen Leitfaden an die Hand geben, wie Sie hochwertiges Futter von minderwertigen Produkten unterscheiden können.
Die 70-Prozent-Marke
Katzen sind biologisch auf Fleisch spezialisiert. Ein hochwertiges Nassfutter sollte daher einen Fleischanteil von mindestens 70 % aufweisen. Dabei ist Fleisch nicht gleich Fleisch: Achten Sie auf eine offene Deklaration. Ein Qualitätsmerkmal ist es, wenn exakt aufgelistet wird, welche Teile vom Tier (z. B. Muskelfleisch, Herz, Leber) enthalten sind. Bei einer „geschlossenen Deklaration“ hingegen verbergen sich hinter schwammigen Begriffen wie „tierische Nebenerzeugnisse“ oft minderwertige Schlachtabfälle, die für die Katze schwer verdaulich sind.
Tarnung und Füllstoffe
Ein Blick auf die Inhaltsstoffe entlarvt oft teure Marketing-Versprechen. Getreide und Zucker haben in einem artgerechten Futter nichts zu suchen. Sie dienen der Industrie lediglich als billige Füllstoffe, können aber die Bauchspeicheldrüse belasten und zu Übergewicht führen. Besonders tückisch sind künstliche Lockstoffe und Aromen. Diese werden eingesetzt, um minderwertige Rohstoffe geschmacklich „aufzuwerten“. Eine Katze, die an diese intensiven Lockmittel gewöhnt ist, wird gesundes, natürliches Futter oft erst einmal verweigern – ähnlich wie bei menschlichem Fast Food.
Der Etiketten-Check beim Einkauf
Lassen Sie sich nicht von schönen Bildern auf der Vorderseite täuschen. Die Wahrheit steht in der Zusammensetzung. Die Reihenfolge zählt: Was an erster Stelle steht, macht den Hauptteil aus. Hier muss Fleisch stehen! Vorsicht beim „4 %-Trick“: Steht dort nur „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (davon 4 % Huhn)“, sagt das nichts über die restlichen 96 % des Inhalts aus. Transparenz: Je detaillierter die Prozentangaben der einzelnen Bestandteile sind, desto hochwertiger ist in der Regel das Produkt.
Eine bewusste Fütterung ist gelebter Tierschutz und spart langfristig oft den Gang zum Tierarzt.