Plüschig, zum Knuddeln - aber kein Weihnachtsgeschenk

Alle Jahre wieder steht eine ganz besondere Bitte auf den Wunschzetteln vieler Kinder: ein eigenes Haustier. Und weil die Eltern den großen, traurigen Augen schlecht etwas abschlagen können, landen kleine, süße Fellnasen als Geschenk unter dem Weihnachtbaum. Wir raten jedoch dringend von lebendigen Geschenkideen ab. Denn nicht selten passiert dies völlig unbedacht. Dass es sich um eigenständige Lebewesen handelt, die Zuwendung und besondere Aufmerksamkeit benötigen, wird dabei immer noch zu oft schlichtweg nicht bedacht. Ein Großteil der Tierheime verhängt rund um die Feiertage daher bereits Vermittlungssperren.

Kleine Tiere, große Freude?

Vor allem Kleintiere wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Hamster müssen häufig zur Erfüllung der Kinderwünsche herhalten, weil sie durch ihre Größe immer noch als pflegeleicht in der Haltung gelten. Kleintiere sind jedoch weder Kuscheltiere noch Spielzeuge und erst recht keine Einsteigerhaustiere. Sie sind Beobachtungstiere, die ihre Umgebung sensibel wahrnehmen und auf Veränderungen stark reagieren. Zudem können sie bis zu zehn Jahre alt werden - ein Geschenk mit Langzeitverantwortung.

Auch der benötigte Platz wird in den meisten Fällen stark unterschätzt. Von der Größe eines Tieres lässt sich nämlich nicht auf die Größe seines Geheges schließen. Die meisten Kleintiere haben einen enormen Bewegungsdrang: Beispielsweise schreibt das Merkblatt der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT) für zwei Kaninchen eine Grundfläche mit einem absoluten Minimum von 6 m² vor. Jedes weitere Tier braucht zusätzliche 20 Prozent Grundfläche. Für Hamster gilt eine Gehegegröße von mindestens 120x50 cm, doch wildlebende Hamster legen jede Nacht viele Kilometer zurück.

Kein Spaß für die Tiere

Als hochsoziale Tiere können gerade Kaninchen und Meerschweinchen in Einzelhaltung regelrecht verkümmern. Deshalb muss auf alle besonderen Anforderungen, die ein Tier an seine Umgebung stellt, hinsichtlich der Gehegegröße und -austattung, dem Futter und dem Wunsch nach Artgenossen große Rücksicht genommen werden. Fehlerhafte Haltungsbedingungen führen bei Kleintieren unweigerlich zu Verhaltensstörungen wie Gitterbenagen, unaufhörlichem Scharren, Aggression oder Krankheiten. Viele Tiere fristen so ein trostloses Leben und erreichen häufig ihre eigentliche Lebenserwartung nicht. Andere landen schon nach wenigen Wochen im Tierheim, weil die anfängliche Euphorie unter dem Weihnachtsbaum ganz schnell verfliegt.

Tiere aus dem Internet

Nicht nur unbedacht für Kinder angeschaffte Haustiere landen unter dem Weihnachtsbaum. Auch der Wunsch von Erwachsenen nach einem Hund oder eine Katze wird immer wieder zu Weihnachten erfüllt. Doch auch hier sollte nicht unüberlegt ein Tier angeschafft werden. Besonders der Kauf im Internet macht uns Sorgen - dies geht fast genauso schnell wie der Kauf neuer Spielsachen, birgt jedoch bei Tieren eine Menge Risiken. Am Ende landen diese Tiere ebenfalls häufig bei uns im Tierheim.

Tierhaltung bedarf Planung

Die Anschaffung eines tierischen Familienmitgliedes sollte also immer frühzeitig, gründlich und mit der gesamten Familie entschieden werden. Es muss geklärt werden, ob alle Familienmitglieder zur Tierversorgung bereit sind, ob genügend Platz zur Verfügung steht und ob Allergien bestehen. Die Ruhe der Feiertage können dabei gut zur Recherche über die Haltung des jeweiligen Tieres genutzt werden. Unser Team steht Ihnen dabei gerne zur Seite und berät Sie gerne. Und am Ende freuen wir uns, wenn Sie der Weg zur Adoption eines Haustieres in unser Tierheim führt. Hier warten zahlreiche Schützlinge auf ein neues Zuhause.

Checkliste zur Kleintierhaltung:

  • Sind Zeit und Lust da, sich täglich um die Tiere zu kümmern? Auch noch in den nächsten Jahren?
  • Bestehen Allergien gegen Tierhaare, Stroh, Heu, Staub?
  • Ist die ganze Familie mit der Adoption einverstanden?
  • Ist eine artgerechte Unterbringung möglich?
  • Ist genügend Fachwissen vorhanden?
  • Sind Ihnen Tierarztkosten bewusst?
  • Ist eine Urlaubsbetreuung vorhanden?
  • Sind andere Tiere im Haushalt vorhanden, die eine Gefahr für die Kleintiere werden können?

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