Harngries und Harnstein - was ist das?

Alles, was man oben in eine Katze hineintut, kommt am anderen Ende wieder heraus. Das heißt, dass sich die auszuscheidenden Stoffe in Blase und Darm bis zum nächsten Klobesuch der Katze sammeln. Unter ungünstigen Umständen kommt es in der Blase zur Bildung von Harngries bzw. später zu Harnsteinen (das sind einfach noch größere Kristalle). Das ist problematisch, wenn die Steine nicht ausgeschieden werden können und schlimmstenfalls die Harnröhre blockieren – der Urin staut sich zurück, die Niere wird geschädigt. Das kann im Schlimmsten Fall zum Tod führen.

Ursachen

Harnsteine bilden sich aus Mineralien, die im Harn vorhanden sind. Sie können sich zu mikroskopisch kleinen Kristallen zusammenlagern, die mit der Zeit größer werden und entweder sandartiger Harngrieß oder sogar ein größerer Harnstein (Urolith) entsteht.

Katzen sind besonders gefährdet, da sie als Nachfahren von Wüstenbewohnern wenig trinken und nur kleine Mengen Harn produzieren, der stark konzentriert ist. Durch Trockenfutter wird dieses Verhalten bestärkt, da die Katze über Nassfutter automatisch eine gewisse Menge Wasser aufnimmt, die sie bei dem ausschließlichen Verzehr von Trockenfutter über das Trinken in der Regel nicht selbstständig ausgleicht. Begünstigt werden kann ein Harnsteinwachstum dann jedoch durch häufige Harnwegsentzündungen (FLUTD), unausgewogene Futtermittel, Übergewicht und Bewegungsmangel.

Symptome

Harngrieß und Harnsteine können zunächst lange unbemerkt bleiben. Reizen die Harnsteine jedoch die Blasenschleimhaut, äußert sich das bei dem betroffenen Tier wie eine Blasenentzündung. Die Katze muss häufig kleine Mengen Urin ablassen und hat dabei vielleicht Schmerzanzeichen wie Miauen. Auch eine Inkontinenz und ein Urinieren an ungewöhnlichen Orten sind möglich. Blut im Urin ist ein deutliches Warnzeichen. Die Katze kann außerdem versuchen, ihren Bauch zu kühlen, indem sie sich zum Beispiel immer wieder auf kalte Fliesen presst. Wenn die Harnsteine bereits in der Niere sitzen, dann kann dies zu scheinbaren Rückenschmerzen führen. Verstopfen Harnsteine die Harnröhre, kann kein Urin mehr abgesetzt werden. Der Bauch der Katze wird dick und schmerzt. Viele Katzen wirken schlapp und verweigern das Futter.

Behandlung

Der Tierarzt kann durch Urinproben Kristalle erkennen und die Art bestimmen. Es gibt zwei verschiedene Arten: Struvit- und Kalziumoxalatsteine. Struvitsteine entstehen vor allem durch einen zu hohen (basischen) ph-Wert des Urins, der zum Beispiel durch Blasenentzündungen oder eine ungünstige Fütterung entstehen kann. Kalziumoxalatsteine können durch die Futterzusammensetzung und die Trinkmenge beeinflusst werden.

Durch einen Ultraschall können Harngrieß oder größere Harnsteine festgestellt werden, außerdem gibt eine Blutuntersuchung Aufschluss darüber, ob bereits eine Harnvergiftung (Urämie), eine akute Entzündung oder Störungen der Nierenfunktion vorhanden sind.

Harngrieß kann der Tierarzt mittels eines Katheters ausspülen, größere Steine müssen durch eine Bauchoperation entfernt werden. Struvitsteine können jedoch auch durch eine Ansäuerung des Urins aufgelöst werden. Dazu muss die Katze über einen längeren Zeitraum von bis zu mehreren Wochen je nach Harnsteingröße ein spezielles Diätfutter oder Futterergänzungsmittel zu sich nehmen.

Vorbeugung

Damit Ihrer Katze ein schmerzhafter Harnstein erspart bleibt, können Sie einiges tun. Da Katzen von Natur aus wenig trinken, sollten sie ihr nicht nur Trockenfutter anbieten, damit sie über das Nassfutter bereits etwas Wasser aufnimmt. Gleichzeitig gibt es ein paar Tricks, um die Katze zu einer höheren Wasseraufnahme zu bewegen. Viele Katzen trinken nicht gerne aus einer Schale neben dem Futter oder in der Nähe des Katzenklos. Mehrere Wassernäpfe in der Wohnung helfen dabei, den Lieblingstrinkort der Katze zu finden. Auch sollten andere Tiere wie Hunde keinen Zugang zu dem gleichen Wassernapf haben.
Katzen sind auch bei der Beschaffenheit des Napfes wie der Größe und dem Material wählerisch. Probieren Sie verschiedene Schalen aus. Einige Katzen bevorzugen fließendes Wasser. Dafür gibt es mittlerweile eine Vielzahl an Katzenbrunnen.
Das Wasser sollte regelmäßig ausgetauscht und frisch gehalten werden. Wenn Ihre Katze auf mehr Geschmack im Wasser steht, können sie es mit ein paar Tropfen Sahne oder Fleischsaft anreichern. Damit aber nicht übertreiben! Von purer Milch und Sahne kann Ihre Katze Durchfall bekommen und salzhaltige Brühe kann die Harnsteinbildung und Nierenerkrankungen noch bestärken.

Ihre Katze sollte immer die Gelegenheit bekommen, ihren Harn absetzen zu können. Daher sollten mehrere Katzentoiletten an ruhigen Orten in der Wohnung verteilt werden. Außerdem sollten sie so sauber wie möglich gehalten werden, da Katzen auf ein bereits benutztes Katzenklo nicht noch einmal gehen.

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