Alles über Hamster

Steckbrief

  • Herkunft: ursprünglich Syrien, Steppe
  • Größe und Gewicht: Zwerghamster zwischen 8 - 10 cm und 25 - 30 g, Goldhamster zwischen 17 - 19 cm und 85 - 180 g
  • Lebensbedingungen: Einzelgänger (ist weder mit Artgenossen noch mit anderen Heimtieren zu halten), aktiv ab der Dämmerung und hauptsächlich nachts
  • Lebenserwartung: 2 - 3 Jahre
  • Fortpflanzung: geschlechtsreif mit ca. 6 - 8 Wochen, bis zu zwölf Junge pro Wurf, bis zu acht Würfe im Jahr sind möglich
  • Hamster sind keine Kuscheltiere und durch die Nachtaktivität für (kleine) Kinder eher ungeeignet

Lebensbedin­gungen bei Wohnungshaltung

Hamster sind (abends / nachts) sehr aktive Tiere und legen bei der Futtersuche – in ihrer natürlichen Umgebung – weite Strecken zurück. Seinem Bewegungs- und Buddeldrang wird die Wohnungs- bzw. Käfighaltung kaum gerecht. Umso wichtiger ist, dass Hamster möglichst große (hohe) Käfige mit genügend Einstreu haben, in dem sie Gänge graben und sich „unterirdisch“ fortbewegen können. Zudem kann ihm ein Laufrad zu etwas „künstlicher“ Bewegung im Käfig verhelfen. Einem zahmen Tier kann man Freilauf im Zimmer gewähren. Aber bedenken Sie, dass in der Wohnung viele Gefahren lauern und der Hamster sich z.B. bei Stürzen verletzen kann. Weitere Gefahrenquellen bestehen aus Elektrokabeln, die der Hamster anknabbern oder Töpfe und Vasen, in die der Hamster hineinfallen könnte.

Hamster sind von Natur aus eher scheue und ängstliche Tiere. Um ihn zu zähmen, müssen Sie sich möglichst häufig – abends – mit ihm beschäftigen und ihn langsam an die Menschenhand gewöhnen. Nähern Sie sich Ihrem Hamster langsam von vorne und reden Sie mit ihm, greifen Sie nicht mit der Hand von oben herab nach ihm, weil er sich sonst bedroht fühlen könnte. Dieses Verhalten würden nämlich Raubvögel in der freien Natur zeigen.
Wenn Sie ihn in der Hand oder am Körper tragen, sichern Sie ihn mit der anderen Hand vorm Herunterfallen, falls er sich erschreckt und davon laufen will.

Ausstattung und Zubehör

Zur Grundausstattung gehört ein Käfig, Aquarium, Nagerterrarium oder Eigenbau mit einer Mindestinnengrundfläche von 4000 cm² (z.B. 100 x 40 cm oder 80 x 50 cm) sowie ein kleiner Wassernapf (die Trinkflasche kann zusätzlich angeboten werden, wenn auf eine gute Reinigung geachtet wird.) Es sollte kein Salzleckstein genutzt werden, denn es besteht die Gefahr von Nierenschäden.

Da Hamster unter der Erde röhrenartige Bauten anlegen, muss der Käfig eine entsprechende Größe haben – auch hinsichtlich der Höhe. Das Einstreumaterial sollte dementsprechend dick genug sein (mindestens 10 cm) und aus natürlichen Materialien wie z.B. Hanfstreu oder normalem Kleintierstreu bestehen. Bieten Sie zum Auspolstern seines Schlafhäuschens (aus unbehandeltem Holz) in kleine Stücke gerissenes Öko-Toilettenpapier und Stroh oder Heu an. Hamsterwatte ist ungeeignet.

Das oder besser noch die Schlafhäuschen sollten mehrere Kammern haben, da der Hamster seine Lebensmittel dort bunkern wird. Beachten Sie bitte, dass der Eingang zum Schlafhaus groß genug ist für vollgestopfte Hamsterbacken und somit mindestens 7 cm Durchmesser betragen sollte! Sonst sollten die Maße des Schlafhäuschens einen Mindestdurchmesser von 15 cm und eine Höhe von 10 cm aufweisen sowie ohne Boden sein. Ein abnehmbares Dach erleichtert die Nestkontrolle.

Bei der Einrichtung des Hamsterquartiers sind Ihrem Einfallsreichtum keine Grenzen gesetzt; man kann schon mit einfachen Dingen den Tieren eine große Freude bereiten. Hier ein paar Anregungen: Neben dem oben erwähnten Laufrad können Sie Ihrem Hamster als Versteckmöglichkeit auch Röhren (Ton oder tunnelartige Rindenstücke) ins Gehege legen. Auch hier sollten die Mindestdurchmesseröffnungen 7 cm betragen. (Hinweis: Korkröhren können Ungeziefer wie Milben aufweisen, daher ist vor der Verwendung ein Einfrieren über mehrere Tage erforderlich). Oder lassen Sie ihn an ungefährlichen und ungespritzten Ästen oder knorrigen Wurzeln klettern. Ein artgerechtes Hamsterlaufrad sollte einen Durchmesser von mindestens 27 cm (Zwerghamster 20 cm) besitzen, standfest sein, eine geschlossene Lauffläche und eine geschlossene Seite aufweisen und darf keinen Schereneffekt haben. Dieser tritt auf, wenn der Hamster mit einem Bein in dem Standfuß des Laufrads und mit dem anderen in dem Laufrad selbst hängenbleiben kann, es sich weiter dreht und so die Beine des Tieres auseinandergezogen werden. Das passiert häufig bei offenen Metalllaufrädern. Sie sind gefährlich und absolut ungeeignet für Hamster!

Der Hamster liebt erhöhte Sitzplätze, von wo er seine Umgebung überblicken kann, daher sollte das Gehege mindestens eine Ebene aufweisen. Hängematten aus ausrangierten Handtüchern wird er sicherlich auch bald in Beschlag nehmen.

Bitte beachten Sie beim Kauf von Zubehör, dass Hamster Kunststoffteile anknabbern könnten oder dass die Tierchen in Kunststoffröhren stecken bleiben und nicht genügend Sauerstoff bekommen könnten. Auch zu hohe Terrarien ohne Lüftungsschlitze können zu Sauerstoffmangel führen.

Ein Sandbad mit Chinchillasand (Vogelsand ist ungeeignet) von ca. 25 cm Durchmesser und einer Mindesthöhe von 5 cm (Empfehlung: Auflaufform) sollte in keinem Hamstergehege fehlen. Er wird sich mit Begeisterung durch den Sand graben und wühlen. Dadurch werden seine Krallen gekürzt und das Fell wird durch den Sand gereinigt. Verwenden Sie keinen verunreinigten Sand, um Krankheitserreger zu vermeiden.

Ernährung

Die Fütterung von Hamstern ist komplexer als oft angenommen. Fehler bei der Hamsterfütterung können zu Übergewicht, Diabetes, Zahnproblemen oder sogar schweren Verdauungsstörungen führen.

Hamster sind keine Vegetarier sondern nehmen auch Insekten auf. Diese sollten unbedingt im Grundfutter enthalten sein oder können andernfalls beigemischt werden.

Bieten Sie ihm am Besten ab dem späten Nachmittag sein Futter im Futternapf an, da dieser leicht gesäubert werden kann.
Handelsübliche Fertigmischungen sind überall zu erwerben, sie dürfen jedoch keinen Honig, Zucker oder Melasse enthalten, da diese Zutaten nicht nur ungesund sind, sondern auch die Backentaschen der Hamster verkleben können.

Erweitern Sie die Speisekarte täglich um ein bis zwei Teelöffel Gemüse (z. B. Karotten, Salatgurke). Obst ohne Kerne (z.B. Äpfel, Bananen, Birne, Weintraube) kann gelegentlich in geringen Mengen gegeben werden, bei Zwerghamstern sollte darauf jedoch verzichtet werden. An Grünfutter können Sie Petersilie, junge Brennnesseln, Löwenzahn oder Weißklee in kleinen Mengen geben.
Hinzu kommt etwa ein Teelöffel aus tierischem Eiweiß. Reichen Sie dazu abwechselnd Magerquark, etwas hartgekochtes Ei, gekochtes Rind- oder Geflügelfleisch oder Mehlwürmer.

Ungespritzte, ungefährliche Zweige von Obstbäumen, Weiden oder Buchen zum Knabbern sind gut geeignet, das ständige Wachsen der Nagezähne der Hamster in Maßen zu halten.

Täglich frisches Wasser ist selbstverständlich!

Reinigung

Beachten Sie bitte, dass Hamster Lebensmittel horten. Futter, das er nicht braucht, wird zuerst in den Backentaschen verstaut und anschließend im Bau versteckt. Überprüfen Sie den Bau dahingehend, damit Ihr Tier kein verunreinigtes Futter frisst.

Reinigen Sie den Käfig sowie die Futter- und Wasserbehälter nach Bedarf, jedoch mindestens einmal in der Woche. Die von ihrem Hamster bevorzugte „Toilettenecke“ wird täglich gereinigt.

Ihr Hamster putzt sich selbst. Ein Bad kann ihm eine tödliche Erkältung einbringen.

Gesundheit

In Gefangenschaft können Hamster bis zu 3 Jahre alt werden.

Sollten Ihnen Veränderungen bei Ihrem Hamster auffallen (tränende Augen, Verdickungen am Körper, Trägheit etc.), dürfte der Gang zum Tierarzt eine Selbstverständlichkeit sein.

Mit ca. 1,5 Jahren wird Ihr Hamster „alt“, er schläft mehr, frisst weniger und ist weniger aktiv.

Artgenossen

Hamster sind Einzelgänger. Lediglich zur Paarungszeit dulden die Weibchen Männchen in ihrer Nähe. Daher sollte der Hamster weder mit Artgenossen noch mit anderen Haustieren zusammen gehalten werden.

In freier Wildbahn verständigen sich Hamster untereinander im Wesentlichen durch Körpersprache. Quieken, Fauchen oder Knurren ist lediglich bei Auseinandersetzungen zu hören.

Ein Hamster zieht ein

Das Gehege des Hamsters sollte schon fertig eingerichtet sein, wenn der Hamster einzieht. Lassen Sie ihn die ersten Tage in Ruhe sein Nest bauen und sich eingewöhnen. Dann können Sie ihn durch leises Ansprechen an Sich gewöhnen oder durch „Bestechung“ mit Nüssen oder anderen Leckerein locken, bis er auch Ihre Hand erkundet. Zwingen Sie das Tier jedoch zu nichts. Warten Sie, bis es sich von selbst nähert.

Bei Fragen oder Bedenken stehen Ihnen die Mitarbeiter/Innen des Tierheims gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Gefahrenstellen

Es gibt ein paar Gefahren, die beseitigt werden müssen, wenn ein Hamster frei im Zimmer laufen gelassen wird.

Kabel

Der Hamster knabbert sehr gerne an Kabeln. Das ist sehr gefährlich, da er einen Stromschlag wohl nicht überleben würde. Besonders gravierend ist dies bei einem Heizungskabel, durch das Starkstrom fließt.

Schränke an der Wand

Hamster sind so geschickt, dass sie sich in kleinen Spalten zwischen Schrank und Wand nach oben quetschen können und dann plötzlich 2 Meter über dem Boden auf dem Schrank sitzen. Leider haben sie keinen Bezug zur Höhe und man kann sich nicht darauf verlassen, dass sie denselben Weg wieder abwärts gehen, so dass die Gefahr droht, dass sie runterspringen. Das kann tödlich enden.

offene Türen

Hamster gehen gerne durch den scharnierseitigen Schlitz in der Tür. Wenn man darauf nicht achtet und gerade in dem Moment die Tür schließt, ist der Hamster eventuell genau dazwischen. Wenn die Tür nach draußen geht, ist der Hamster schnell weggelaufen und ein Leben in Freiheit wird er nicht überleben.

Pflanzen

Hamster fressen Blätter und sogar Kakteen an, also müssen entsprechenden Pflanzen in einer ausreichenden Höhe stehen, die vom Hamster nicht erreicht wird. Dasselbe gilt für mit Wasser gefüllte Blumentöpfe, aus denen der Hamster nicht mehr von alleine herausklettern kann. Er könnte ertrinken. Alles, was der Hamster während des Auslaufs findet, wird unter Umständen in die Backentaschen gestopft. Deswegen ist äußerste Vorsicht angesagt.

Auf keinen Fall dürfen spitze Gegenstände wie Nägel, Nadeln, Reiszwecken oder Plastiksachen herumliegen. Stattdessen freut sich der Hamster sehr über verstreutes Futter.

Wenn der Hamster beißt

Als aller erstes denken Sie immer dran, dass der Hamster nicht aus böser Absicht beißt. Seien Sie ihm nicht böse und bestrafen Sie ihn auf keinen Fall. Er würde es nicht verstehen und noch mehr beißen. Hamster können verschiedene Motive haben zu beißen.

Am Anfang kommt es häufig vor, dass der Hamster die Hand nicht vom Futter unterscheiden kann. Oder er hat schlechte Erfahrungen gemacht, z.B. werden Hamster in Zooläden oft nicht besonders sanft in die Hand genommen. Dass sie dann beißen, ist sehr verständlich. Sie sollten den Hamster erst einmal in Ruhe lassen und ihn nur füttern und ab und zu mit ihm reden, so dass er Ihre Stimme hört. Ab und zu sollten Sie versuchen, ihm Futter durchs Gitter zu reichen, was er wahrscheinlich ruckartig wegnehmen wird. Mit der Zeit wird er sich aber an Sie gewöhnen. Dann können Sie langsam versuchen, ihm Futter in den Käfig reinzuhalten und ihn innerhalb seines Käfigs zu füttern.

Bauen Sie langsam Vertrauen auf. Besonders wichtig ist die Geduld.

Wenn der Hamster nach mehreren Monaten immer noch beißt oder plötzlich damit anfängt, hat auch das einen Grund, der gefunden werden muss. Der Hamster fühlt sich wahrscheinlich durch irgend etwas gestört, z.B. Störungen am Tag, Langeweile in der Nacht, andere Tiere uvm. In diesem Fall sollten Sie genau überlegen, ob und wodurch der Hamster gestört werden könnte.

  • Hört jemand tagsüber Musik oder scheint die Sonne auf den Käfig, steht der Hamster im Durchzug oder zu Nahe an der Heizung?
  • Spielen die Kinder tagsüber in der Nähe des Hamsters? Wurde er vielleicht von jemandem geärgert?
  • Hat der Hamster genug Futter, Wasser, Abwechslung?
  • Kümmert sich jemand regelmäßig um das Tier?
  • Reden Sie leise mit ihm?
  • Haben Sie vielleicht ein anderes Haustier angefasst, bevor Sie den Hamster berührt haben? Das kann der Hamster nämlich gut riechen, manchmal sogar, wenn Ihre Hände frisch gewaschen sind. Oder haben Sie noch den Geruch von Futter an den Händen? Auch das könnte der Hamster verwechseln.

Beobachten Sie den Hamster genau, und gehen Sie ggf. mit ihm zum Tierarzt. Eine Art Tagebuch kann da sicher helfen. weitere Beispiele und Tipps finden Sie beim Deutschen Tierschutzbund.

Stubenreinheit

Stubenrein wird der Hamster nicht. Beim Auslauf müssen Sie also damit rechnen, dass er ab und zu mal ein kleines Pfützchen macht. Allerdings ist der Hamster ein sehr reinliches Tier. In seinem Käfig benutzt er eine oder zwei Toilettenecken immer wieder. Es wird empfohlen, dem Hamster eine Ecktoilette oder eine kleine eckige Schale mit Sand anzubieten. Wenn der Hamster dies nicht sofort als Toilette nutzt, nehmen Sie am Besten etwas Streu aus der Toilettenecke, so dass der Hamster seinen Geruch in der Sandschale wiederfindet, denn Hamster orientieren sich stark über ihren Geruchssinn. Die Ecke sollten Sie jeden Tag mit heißem Wasser sauber auswaschen und trocknen. Der Eigengeruch muss aber bleiben, sonst sucht sich der Hamster demnächst wieder eine neue Toilette. Alternativ können Sie die Hamstertoilette auch mit Streu füllen. Sand bindet den Geruch länger und hat noch andere Vorteile.

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